Pressemitteilungen

Artikel aus der Norddeutschen vom 19.10.2016

 

Zwischen Arztkittel und Flügel

Der Pianist Wolfgang Ellenberger gibt am Donnerstag, 20. Oktober, ein Benefizkonzert im großen Saal des Gemeindehauses Schwanewede. Vorab sprach er mit Alexander Bösch

Herr Ellenberger, Sie geben im Gemeindehaus ein Benefizkonzert zugunsten der Stiftung Pro Juventute für Kinder und Jugendliche. Wie kamen Sie auf die Idee?

Wolfgang Ellenberger: Ich habe in der Arztpraxis Schwartz gerade drei Monate eine Weiterbildung absolviert. Durch die Landesärztekammer Niedersachsen war ich auf das Angebot gestoßen. Dieser Zeitabschnitt fehlte mir noch für meinen Facharzt für Allgemeinmedizin. Das Ehepaar Schwartz unterstützt die Stiftung, somit kam die Idee, mich mit diesem Konzert als Abschiedsgeschenk zu bedanken. Ab November gehe ich für drei Jahre in die Schweiz.

Dabei waren Sie als „Piano-Doc“ eigentlich viele Jahre als Musiker tätig.

Ja, nach einem Musiktherapiestudium in Hamburg habe ich meine medizinische Approbation an der Universität Hamburg absolviert. Danach war ich von 1982 bis zum Jahr 2000 erst einmal 18 Jahre als freischaffender Konzertpianist mit eigenem Veranstaltungsservice und eigener Agentur tätig.

Wodurch kam dann die Rückbesinnung auf die Medizin?

Das Comeback in der Medizin war eigentlich durch die Weltwirtschaftskrise bedingt, da die Tätigkeit als Pianist ökonomisch nicht mehr sicher war. Ich war dann unter anderem Assistenzarzt in Würzburg, habe einen Kompaktkurs in Notfallmedizin in Dresden absolviert und mich wieder der Musiktherapie gewidmet.

Bereits mit 14 Jahren durften Sie bei den Hamburger Sinfonikern mitspielen. Wie kam es dazu?

Mein damaliger Klavierlehrer Henry Knabbe hatte es mir ermöglicht, den zweiten und dritten Satz eines Klavierkonzerts in der Friedrich-Ebert-Halle in Harburg zu spielen. Mit 16 durfte ich dann ein komplettes Beethovenkonzert spielen.

Sie arbeiten als Klavierlehrer mit ungewöhnlichen Methoden. Wie kann man sich die von Ihnen entwickelte „Relativitätsformel des Klavierspiels“ vorstellen?

Ein Pianist muss ja erst einmal Kopfarbeit leisten, um den Notentext zu verarbeiten. Erst mal hat man nur jede Menge schwarzer Zeichen und Punkte auf dem Notenblatt vor sich. Dieser Notentext wird dann durch ­Körperarbeit zu einem entspannten Bewegungsablauf umgewandelt. Wichtig ist, einen Lernvorgang mit allen Sinnen zu schaffen. Selbstkontrolle, Bewusstsein und Atmung sind dabei wichtig.

Also quasi Klavier spielen mit dem ganzen Körper statt nur mit den Händen?

Genau, es geht darum, den ganzen Körper als eine Stütze zu verstehen. Ein Sänger braucht den Körper ja auch, um einen Ton zu halten. Der Pianist setzt den ganzen Körper ein, um sein Notenwissen in Töne umzusetzen. Die linke Gehirnhälfte arbeitet dabei logisch-analytisch, damit verinnerlicht man die Noten. Die rechte Gehirnhälfte arbeitet bildhaft-ganzheitlich.

Einen herkömmlichen Klavierhocker verschmähen Sie, richtig?

Ich sitze bei meinen Konzerten auf einer ergonomischen Klavierbank, die hat extra eine Diplomärztin aus Mailand entworfen. Dadurch wird die ganze Wirbelsäule quasi mühelos aufgerichtet, das wird sich sicher bald weltweit durchsetzen.

Sie haben überdies das weltweit erste Opernensemble mit Ärzten gegründet ...

Dafür habe ich 80 Ärzte aus insgesamt 15 Ländern zusammengetrommelt, das war ein ganz schöner Aufwand. In unmittelbarer Umgebung finden sich wenige Ärzte, die sich so sehr in die Musik hereinhängen. In Stuttgart haben wir 2010 die „Zauberflöte“ aufgeführt.

Neben dem Arztberuf einem so anspruchsvollen Hobby wie der Musik professionell nachzugehen, ist ein Spagat, den viele nicht lange durchhalten. Sie haben daher eine spezielle Datenbank ins Leben gerufen.

Das ist doctorstalents.com, die weltweit größte Datenbank, in der Ärzte verzeichnet sind, die außerhalb der Medizin noch einem aufwendigen Hobby nachgehen. Da geht es nicht nur um die Musik. Mit Eckhard von Hirschhausen hatte ich auch schon Kontakt, den könnte ich dort unter „Joke-Doc“ katalogisieren.

Sie haben einen Rekord aufgestellt mit einem 630 Kilo schweren Flügel, den Sie in kürzester Zeit aufgestellt haben...

Das ist der Böseldorfer Imperial Flügel, den haben wir einmal innerhalb von 90 Minuten nach Eingang der Bestellung von Würzburg bis zur Frankfurter Messe gebracht und in acht Minuten aufgebaut.

In Schwanewede spielen Sie allerdings nicht auf diesem wuchtigen Klavier, sondern mit Ihrem „Flügel im Handgepäck“. Was versteht man darunter?

Dieser Flügel hat den originalgetreuen Klang eines großen Flügels als elektronisches Sample gespeichert. Der Flügel im Handgepäck ist ein digitales Piano, das man bequem zu jedem Event vermieten kann, der Klang ist immer angenehm. Optische Sensoren an jeder Taste wandeln die Anschläge direkt in digitale Daten um. Der Klang ist verblüffend identisch mit dem eines großen Konzertflügels.

Auf welche Stücke können sich die Besucher des Benefizkonzerts freuen?

Ich werde Stücke von Mozart, Beethoven und Schumann spielen, auch Klassiker wie „Für Elise“.

Anschließend wollen Sie einen speziellen Flügel vorstellen, mit dem spielerisch das Klavierspiel erlernt werden kann...

Damit hat schon meine zweijährige Tochter das Klavierspiel erlernt. Es handelt sich um einen elektronischen Flügel mit Midi-Kabel und spezieller Software. Die Tastatur erkennt dadurch, ob man den richtigen Ton gespielt hat. Wenn ja, rutschen die Noten automatisch weiter, wenn nicht, taucht eine Spinne auf. (lacht)

Das Benefizkonzert von Wolfgang Ellenberger findet am Donnerstag, 20. Oktober um 19 Uhr im großen Saal des Gemeindehauses Schwanewede statt. Karten gibt es an der Abendkasse oder unter www.projuventute.de.

 

Zur Person: Wolfgang Ellenberger wurde 1955 in München geboren. Er wohnte unter anderem in Hamburg, Mailand, Würzburg und Rendsburg. Nach seinem Abitur erlangte er 1977 das Klavierdiplom an der Musikhochschule Hamburg. Es folgten unter anderem ein Studium der ­Musiktherapie und die medizinische Approbation in Hamburg sowie ein Konzertexamen in Lübeck. Über 18 Jahre lang arbeitete er als freischaffender Pianist und Musiklehrer mit einem eigenen Verlag und einer Agentur. Seit 2000 widmete sich der gebürtige Münchner wieder verstärkt der medizinischen Ausbildung. Wolfgang Ellenberger hat fünf Kinder.

 

Artikel aus Das BLV vom 18. 11.2015

Schaurige Morde im Teufelsmoor

Krimilesung im Küsterhaus: Über 60 Besucher lauschten Ingrid Pfeiffers Erzählungen

 

Autorin Ingrid Pfeiffer erzählte im Küsterhaus Schwanewede spannende Geschichten aus „Das eisige Moor“.

Schwanewede – (JEN) Ingrid Pfeiffer las vergangene Woche in Schwanewede aus ihrem dritten Krimi „Das eisige Moor“. Die St. Johannes Stiftung „PRO JUVENTUTE“ hatte zu dieser Lesung geladen und lockte weit über 60 Interessierte ins Küsterhaus. Die Veranstaltung diente dem guten Zweck, denn alle Spenden kommen der Jugendstiftung zu Gute.  

Der Veranstaltungsort konnte treffender nicht sein.  Erbaut im Jahre 1790 passte das Küsterhaus ideal zur Lesung dieses historischen Romans, der Ende des 18. Jahrhunderts spielt. Es fühlte sich an, als säße man zusammen mit der Autorin in der Moorkate ihrer Hauptfiguren Line und Früllerk. Die hauptberufliche Trauerrednerin suchte sich schockierende Szenen aus dem Buch aus: darunter Vergewaltigung, Kindesmiss-handlung und Tierquälerei. Pfeiffer las nicht nur vor. Sie erläuterte Sitten und Bräuche der Zeit, erklärte heute weniger bekannte plattdeutsche Ausdrücke und erzählte von ihrer langjährigen Familienforschung sowie intensiven Recherche. Die fesselnden Kriminalgeschichten Ingrid Pfeiffers enthalten eine Extraportion Heimatgeschichte. Sie erzählen vom Leben der Vorfahren und den Härten des Daseins – von einer Zeit, als die Kolonisten im Moor die Landgewinnung vorantrieben. Neben den lehrreichen Einschüben geht es aber vor allem um eins: Unterhaltung und Spannung. In den ersten beiden Bänden versucht die Heldin heimtückischen Verbrechern auf die Spur zu kommen. Und auch im dritten Band dreht sich wieder alles um rätselhafte und schaurige Morde. Doch etwas ist anders: Das eisige Moor im Winter, heftiges Schneetreiben, ein unbekannter Mann.

Wer die Lesung verpasst hat oder nicht genug bekommen konnte: Termine und viele Infos rund um die Autorin gibt es im Internet unter www.moorkrimi.de.

 

 

Artikel aus der Norddeutschen am 29.06.2015

 

Zweite Oldie-Nacht im Gemeindehaus

Wenn der Pastor zum DJ wird

Alexander Bösch 29.06.2015

Mit emporgereckten Armen und fröhlichen Gesichtern wird „Mademoiselle Ninette“ von den Gästen begrüßt. Der schwungvolle Evergreen der Soulful Dynamics, 1970 eine Nummer Eins in den deutschen Hitlisten, hat auch 45 Jahre nach seinem Erscheinen nichts von seiner Tanzbarkeit eingebüßt. Auch Abbas „Dancing Queen“ wird auf der zweiten Oldie-Nacht im Gemeindehaus nochmals gekrönt. Beim Neue-Deutsche-Welle-Block wird der „Skandal im Sperrbezirk“ mit schüttelnden Knien unterm „Sternenhimmel“ zelebriert.

Bei der Oldie-Nacht im Gemeindehaus sitzt mit Pastor Christian Klotzek (rechts) ein Geistlicher an den Reglern. Zusammen mit seinem Kollegen Matthias Goldbach kredenzt er eine Mischung vom Rock‘n Roll der 50er-Jahre bis zur Neuen Deutschen Welle.

„Wir wollten mal eine Veranstaltung ins Leben rufen, die auch Leute anzieht, die sich nicht ohnehin dem kirchlichen Leben in der Gemeinde verbunden fühlen“, erzählt Marion Kloppenburg von Pro Juventute. Gemeinsam mit einem zehnköpfigen Team hatte der Jugendförderverein erstmals im Juni 2014 anlässlich seines zehnjährigen Bestehens eine Tanznacht zugunsten der Stiftung durchgeführt.

Mit Titeln von den schlagerseligen 1950er-Jahren über die Beat-Ära der 60er- bis zu den Discoklassikern der 70er- und 80er-Jahre lockte der Förderverein für Kinder und Jugendliche auch diesmal wieder viele Gäste ins Gemeindehaus. „In Schwanewede dauert es etwas länger, bis sich so was durchsetzt“, findet Brigitte Virnich vom Organisationsteam. Die Kirche wolle sich für alle Altersschichten öffnen.

Ob als Pärchen oder als Alleinstehender: Jedermann solle auf zwanglose Art Spaß haben an diesem Abend. „Toll ist doch, dass man unseren Pastoren mal auf einer ganz anderen Ebene kennenlernt“, findet Brigitte Hübner. In der Tat ist der Discjockey an diesem Abend ein Mann, den man sonst eher im Talar hinter der Kanzel wähnt. Pastor Christian Klotzek hat den Altar mit dem DJ-Pult getauscht und kredenzt den Gästen gemeinsam mit seinem Kollegen Matthias Goldbach ein musikalisches Potpourri von den Beatles und den Stones bis hin zu Udo Lindenberg. „Ich hab schon immer gern aufgelegt! Es macht einfach Spaß, die Leute zum Tanzen zu bringen“, sagt Klotzek.

An einem Tisch mit Salzstangen, Sektgläsern und Teelichtern erholen sich einige Damen von einem kleinen Tanzmarathon. „Wir haben allen Grund, fröhlich zu sein, weil wir Jesus Christus lieben!“, findet Marion Zymani. Ein wenig weltlicher fallen da die Gedanken von Heidemarie May aus. „Das sind Erinnerungen an die Jugend, man fühlt sich wieder richtig frei! In Schwanewede gibt es zu wenig solche Tanzmöglichkeiten“, findet sie. Bis vor kurzem habe man beim Tanztee im Restaurant Lagune tanzen können, das sei nun Geschichte, bedauert sie. „Ich liebe alle Arten von Bewegung, gehe auch gern schwimmen und mache Nordic Walking“, sagt Sieglinde Marondel-Kaiser. Dass Pastor Klotzek auflegt, findet die Schwanewederin klasse: „Der ist auch Motorradfan und kommt aus dieser Generation, dem nimmt man das ab!“ Selbst einige junge Konfirmandinnen sind auf Einladung des musikalischen Geistlichen gekommen.

Draußen vor dem Gemeindehaus locken derweil Würstchen und Steaks, ein paar junge Pfadfinder arbeiten als Sicherheitspersonal. Ausgelöst durch die aus den Boxen schallenden Oldies, werden Erinnerungen an das Tanzcafé Royal in der Ostlandstraße wach, aus dem später die „Discotheque Casas Pepe“ wurde. „Da habe ich meinen Mann kennengelernt, gibt die 62-Jährige Anne preis und schaut den Reflexionen der Discokugel hinterher. An ihre nachhaltigste Begegnung mit einem Sänger erinnert sie sich noch genau: „Das war 1970 – ich hatte bei Hertie in der Lebensmittelabteilung gearbeitet und Peter Maffay hatte dort einen Auftritt, Natürlich hab ich mir ein Autogramm geholt!“

Ortsbürgermeister Martin Grasekamp schaut mit seiner Frau vorbei. „Früher trug ich Schlaghosen und Rüschenhemden. Mein Erweckungserlebnis war ein Udo-Jürgens-Konzert, bei dem er mir ein weißes Handtuch signierte“, erzählt er. Für Lehrer Tammo Löffler kommt der Neue-Deutsche-Welle-Block, der gerade erklingt, gerade richtig: „Das ist genau meine Zeit, damals hatte ich lange Haare und sogar mal lila gefärbt“, erzählt er. Karl Unrasch, Chorleiter von „Cantamus“, schaut vorbei, geht aber früh, da am nächsten Tag ein Konzert für den Tenor und Musiker ansteht. Die Steuerberaterin Andrea Menge tanzt ausgelassen im farbenfrohen Überhang. „Ich hab bei der ersten Oldie-Night gesehen, dass alle noch Gläser auf den Tischen hatten und keiner etwas Neues bestellt hat. Da hab ich gleich mein neues Tätigkeitsfeld abgesteckt“, schmunzelt sie. Bei der nächsten Oldie-Nacht will Andrea Menge auf jeden Fall wieder mit von der Partie sein.

Herbstabend in der St. Johannes Kirche, 28. September 2012

 

Bei der Oldie-Nacht im Gemeindehaus sitzt mit Pastor Christian Klotzek (rechts) ein Geistlicher an den Reglern. Zusammen mit seinem Kollegen Matthias Goldbach kredenzt er eine Mischung vom Rock‘n Roll der 50er-Jahre bis zur Neuen Deutschen Welle.

„Wir wollten mal eine Veranstaltung ins Leben rufen, die auch Leute anzieht, die sich nicht ohnehin dem kirchlichen Leben in der Gemeinde verbunden fühlen“, erzählt Marion Kloppenburg von Pro Juventute. Gemeinsam mit einem zehnköpfigen Team hatte der Jugendförderverein erstmals im Juni 2014 anlässlich seines zehnjährigen Bestehens eine Tanznacht zugunsten der Stiftung durchgeführt.

Mit Titeln von den schlagerseligen 1950er-Jahren über die Beat-Ära der 60er- bis zu den Discoklassikern der 70er- und 80er-Jahre lockte der Förderverein für Kinder und Jugendliche auch diesmal wieder viele Gäste ins Gemeindehaus. „In Schwanewede dauert es etwas länger, bis sich so was durchsetzt“, findet Brigitte Virnich vom Organisationsteam. Die Kirche wolle sich für alle Altersschichten öffnen.

Ob als Pärchen oder als Alleinstehender: Jedermann solle auf zwanglose Art Spaß haben an diesem Abend. „Toll ist doch, dass man unseren Pastoren mal auf einer ganz anderen Ebene kennenlernt“, findet Brigitte Hübner. In der Tat ist der Discjockey an diesem Abend ein Mann, den man sonst eher im Talar hinter der Kanzel wähnt. Pastor Christian Klotzek hat den Altar mit dem DJ-Pult getauscht und kredenzt den Gästen gemeinsam mit seinem Kollegen Matthias Goldbach ein musikalisches Potpourri von den Beatles und den Stones bis hin zu Udo Lindenberg. „Ich hab schon immer gern aufgelegt! Es macht einfach Spaß, die Leute zum Tanzen zu bringen“, sagt Klotzek.

An einem Tisch mit Salzstangen, Sektgläsern und Teelichtern erholen sich einige Damen von einem kleinen Tanzmarathon. „Wir haben allen Grund, fröhlich zu sein, weil wir Jesus Christus lieben!“, findet Marion Zymani. Ein wenig weltlicher fallen da die Gedanken von Heidemarie May aus. „Das sind Erinnerungen an die Jugend, man fühlt sich wieder richtig frei! In Schwanewede gibt es zu wenig solche Tanzmöglichkeiten“, findet sie. Bis vor kurzem habe man beim Tanztee im Restaurant Lagune tanzen können, das sei nun Geschichte, bedauert sie. „Ich liebe alle Arten von Bewegung, gehe auch gern schwimmen und mache Nordic Walking“, sagt Sieglinde Marondel-Kaiser. Dass Pastor Klotzek auflegt, findet die Schwanewederin klasse: „Der ist auch Motorradfan und kommt aus dieser Generation, dem nimmt man das ab!“ Selbst einige junge Konfirmandinnen sind auf Einladung des musikalischen Geistlichen gekommen.

Draußen vor dem Gemeindehaus locken derweil Würstchen und Steaks, ein paar junge Pfadfinder arbeiten als Sicherheitspersonal. Ausgelöst durch die aus den Boxen schallenden Oldies, werden Erinnerungen an das Tanzcafé Royal in der Ostlandstraße wach, aus dem später die „Discotheque Casas Pepe“ wurde. „Da habe ich meinen Mann kennengelernt, gibt die 62-Jährige Anne preis und schaut den Reflexionen der Discokugel hinterher. An ihre nachhaltigste Begegnung mit einem Sänger erinnert sie sich noch genau: „Das war 1970 – ich hatte bei Hertie in der Lebensmittelabteilung gearbeitet und Peter Maffay hatte dort einen Auftritt, Natürlich hab ich mir ein Autogramm geholt!“

Ortsbürgermeister Martin Grasekamp schaut mit seiner Frau vorbei. „Früher trug ich Schlaghosen und Rüschenhemden. Mein Erweckungserlebnis war ein Udo-Jürgens-Konzert, bei dem er mir ein weißes Handtuch signierte“, erzählt er. Für Lehrer Tammo Löffler kommt der Neue-Deutsche-Welle-Block, der gerade erklingt, gerade richtig: „Das ist genau meine Zeit, damals hatte ich lange Haare und sogar mal lila gefärbt“, erzählt er. Karl Unrasch, Chorleiter von „Cantamus“, schaut vorbei, geht aber früh, da am nächsten Tag ein Konzert für den Tenor und Musiker ansteht. Die Steuerberaterin Andrea Menge tanzt ausgelassen im farbenfrohen Überhang. „Ich hab bei der ersten Oldie-Night gesehen, dass alle noch Gläser auf den Tischen hatten und keiner etwas Neues bestellt hat. Da hab ich gleich mein neues Tätigkeitsfeld abgesteckt“, schmunzelt sie. Bei der nächsten Oldie-Nacht will Andrea Menge auf jeden Fall wieder mit von der Partie sein.

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Herbstkonzert in der Kirche

VON ALEXANDER BÖSCH

 

Schwanewede. Schon beim Betreten der St.-Johannes-Kirche wurden die Gäste in den Bann der besinnlichen Jahreszeit gezogen. In weißen Keramiktöpfen schimmerte anheimelndes Kerzenlicht, von Kastanien auf Servietten mit Herbstmotiven dekoriert. Auf einem Bild vor dem Altar spannt ein Kranich seine Flügel. Während des besinnlichen Herbstabends der Stiftung PRO JUVENTUTE konnten sich die Gäste mittels klassischer Musik und Gedichten berühmter deutscher Poeten schon einmal mental auf die kühle Jahreszeit einstellen.

 

Während Karl Unrasch und Frauke El Kharbotly an der Orgel zusammen mit Regina Wittkopf an der Querflöte zu einem Streifzug von Bach bis Bartholdy einluden, war Barbara Lösekann für den poetischen Teil des Abends zuständig. "Dies ist der Herbst - der bricht dir noch das Herz", rezitierte das Ensemblemitglied der Lesumer Speeldeel Nietzsches eher bedrohliches Gedicht "Im deutschen November".

 

Erbarmungslos zerfallen hier die Früchte des Baumes, während "eisiger Schauder" die Wangen der Menschen berührt. Da ging es im "Herbstgedicht" von Theodor Storm wesentlich optimistischer zu. "Schenk ein den gold'nen Wein, wir wollen uns jeden Tag vergolden": Die Wonnen der dunklen Jahreszeit fehlen im Poem des großen Husumer Realisten ebenso wenig wie der heitere Ausblick auf den kommenden Frühling, in dem einmal mehr "die Welt in Veilchen" steht.

 

Gleich zwei Gedichte befassten sich mit den kulinarischen Wonnen, die mit dem herbstlichen Pflücken und Auslesen der Birnen einhergehen. Nicht nur Fontanes berühmter "Herr Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" hatte bekanntlich ein Händchen für die süße Frucht, auch im "Birnenschmaus" von Hoffmann von Fallersleben lässt man es sich Gutgehen beim Verzehr des delikaten Kernobstes.

 

Passend zum jeweiligen Grundtenor der Gedichte weckten Organist Karl Unrasch und die Flötistin Regina Wittkopf mal heitere und liebliche Assoziationen beim Publikum, mal unterstrichen sie musikalisch den eher wehklagenden Unterton mancher Gedichte, die passend zum Thema auch Themen wie Tod und Verfall nicht ausließen. Zu den dargebotenen Werken zählten Händels Sonate in g-Moll, das Allegro von John Stanleys Sonate in G-Dur, Bachs Andante aus der Sonate in e-Moll sowie Mendelssohn-Bartholdys komplette Orgelsonate in c-Moll, für die Karl Unrasch allein an der Orgel verantwortlich zeichnete.

 

Der Schwaneweder ist nicht nur engagierter Kirchenmusiker, sondern auch Leiter des Vegesacker Chors und des Cantamus-Chors und kann als Bass-Sänger auf zahlreiche bundesweite Engagements verweisen. "Wir haben zuerst die Musik zusammengestellt und dann die Gedichtauswahl bekommen. Anhand der Grundstimmung der Gedichte haben wir dann die passende Reihenfolge der Lieder festgelegt", erzählte Unrasch.

 

Auf den defätistischen Nietzsche folgte folglich Moll, auf den versöhnlichen Fontane ein strahlendes C-Dur: Ein literarisch-musikalisches Gesamtpaket, das beim Publikum gut ankam.

 

Ein originelles Mitbringsel gab es für die Besucher am Ausgang. Insgesamt 2000 Kraniche aus Origamipapier oder alten Gesangbuchseiten hatten Ina Pöhlmann und Helen Muxfeldt von der Evangelischen Jugend zugunsten von PRO JUVENTUTE und der Schwaneweder Tafel gebastelt.

Symbolische Geldübergabe der Bonifizierungsaktion der Landeskirche

 

Folgender Artikel ist am 04.02.2012 in der Norddeutschen dazu erschienen:

 

Fast 110000 Euro im Stiftungsstock

PRO JUVENTUTE erhält von der Landeskirche 6600 Euro als Bonus für gesammelte Spenden

 

"Wir haben die 100.000-Euro-Marke geknackt." Mehr als sieben Jahre nach ihrer Gründung hortet die Stiftung PRO JUVENTUTE der Kirchengemeinde Schwanewede heute ein kleines Vermögen. Jetzt ist das Finanzpolster, von dessen Zinsen die Stiftung Gutes tut für Kinder und Jugendliche, noch ein bisschen dicker geworden. Die lutherische Landeskirche Hannover unterstützt die Arbeit der Stiftung mit einer Spende von rund 6600 Euro. Das tut sie aber nicht aus purer Nächstenliebe.

Von Gabriela Keller

 

Schwanewede. Auf den Cent genau 6666,67 Euro erhält PRO JUVENTUTE von der Kirchenmutter in Hannover. Das Geld ist bereits auf dem Konto der Stiftung. Den symbolischen Scheck gab's am Donnerstag dazu. Martin Käthler, Stiftungsberater der Landeskirche, überreichte ihn im Gemeindehaus an der Ostlandstraße dem Stiftungskuratorium.

 

Die rund 6600 Euro legt die Landeskirche als Bonus auf die Spenden drauf, die von der Stiftung in zwei Jahren von Juni 2009 bis Juni 2011 gesammelt wurden. "Wir hatten 20000 Euro für die Bonifizierung angemeldet" sagt die Kuratoriumsvorsitzende Birgit Haensgen. Für jeden dritten gesammelten Euro gibt's von der Landeskirche einen Euro dazu.

 

Haensgen, die mit ihrer Stellvertreterin Marion Kloppenburg den Scheck entgegennahm, freute sich über den Geldsegen aus Hannover. "Damit haben wir jetzt rund 110000 Euro zusammen." Bereits Ende Dezember 2011 hatte die Stiftung nach ihren Angaben die Zielmarke von 100000 Euro nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten. Zum Jahresende enthielt der Stiftungsstock 100500 Euro. "Wenn wir jetzt noch vernünftige Zinsen bekommen würden, wären wir voll zufrieden", so Haensgen. Die Zinsen auf den unantastbaren Kapitalstock bringen das Geld, mit dem die Stiftung die Kinder- und Jugendarbeit der St. Johannes-Gemeinde unterstützt. Für 2011 sind es 1700 Euro. In fetteren Zinsjahren lagen die Beträge über 2000 Euro. Spitzenreiter war das Jahr 2009. Damals konnte die Stiftung 2733 Euro Zinsen für die Jugendarbeit ausgeben. Seit der Gründung der Stiftung Anfang Juni 2004 hat der Kapitalstock rund 12059 Euro Zinsen abgeworfen. Mit dem Geld hat die Stiftung verschiedene Projekte gefördert. Mit ihrer Unterstützung wurden Digitalkameras und Liederbücher für die Arbeit der kirchlichen Jugendgruppen angeschafft. Die Ausbildung von Jugendgruppen-Leitern und Mitarbeitern für den Kinder-Gottesdienst finanzierte die Stiftung mit, ebenso ein Seelsorge-Projekt für Familien. Freizeiten werden bezuschusst, die Pfadfinder erhielten Geld für die Renovierung ihres Gruppenraumes. "Als nächstes wollen wir den Jugendraum im Gemeindehaus renovieren." Neben kleineren Aktionen wie Flohmärkten organisiert die Stiftung jedes Jahr mit Partnern zwei größere Benefiz-Veranstaltungen. Konzerte oder Theateraufführungen bringen Geld für den guten Zweck. Dazu kommen kleine und größere private Spenden. Laut Haensgen gibt es eine Handvoll Unterstützer, die "500 Euro und mehr unaufgefordert spenden". Neben dem Gründungskapital von 27532 Euro sind bisher 55000 Euro Spenden in den Stiftungsstock geflossen. Dazu kommen nach Stiftungsangaben 18000 Euro aus Bonus-Aktionen der Landeskirche sowie Zuspenden.

 

Zum zweiten Mal hat die Stiftung jetzt einen Bonus aus Hannover bekommen. Seit 2001 verteilt die Landeskirche laut Berater Martin Käthler Geld an kirchliche Stiftungen, inzwischen zum dritten Mal. "4,7 Millionen Euro werden in der dritten Runde an 288 Stiftungen ausgeschüttet."

 

Als Anerkennung für rund 16 Millionen eingeworbener Spenden. Die Hannoveraner sehen den Sammeleifer ihrer Kirchengemeinden laut Käthler "mit großer Freude". Ebenso die explodierende Zahl der Stiftungen: "2001 waren es 85, heute 413." Das ist im Interesse der Landeskirche. "Es gibt immer weniger Kirchensteuer und damit weniger Mittel für die Landeskirche. Die Stiftungen könnten einen Teil des Budgets der Kirche mitfinanzieren." Sie sollen auffangen, was die Landeskirche in den Gemeinden einspart. Das ist die Theorie. Die Kirchengemeinde St. Johannes hat in der Jugendarbeit, für die es laut Haensgen "immer weniger Geld von der Landeskirche" gibt, mit der Praxis zu kämpfen. "Wer weiß, wie lange wir die Diakon-Stelle noch halten können."

 

Schon jetzt ist von einer früheren Dreiviertel-Stelle nur eine halbe Stelle übrig. Zehn Stunden sind weggefallen. "Damit ist es schwierig, Jugendarbeit zu machen", meint Haensgen. Die Stelle wieder aufzustocken, sei ein Ziel der Stiftung. "So weit sind wir noch nicht."

Traumland ahoi - Peter Pan

 

Folgender Artikel war am 06.11.2011 in der Norddeutschen zu lesen:

 

Auch im Alltag gibt es Platz für Träume

Schwaneweder Waldschüler erspielen mit "Traumland Ahoi!" 1400 Euro Spenden / Insgesamt 1300 Besucher bei fünf Aufführungen

von Alexander Bösch

 

Schwanewede. Insgesamt fünfmal wurde die Waldschule zum Mekka für alle Freunde der Fantasie. In drei Schulaufführungen und zwei weiteren öffentlichen Veranstaltungen eroberten Peter Pan, Captain Hook, Tigerlilly und die Fee Glöckchen an der Seite Dutzender Piraten, Indianer und Chorsänger in "Traumland ahoi" die Bühnenaula - und demonstrierten ganz nebenbei, dass auch im Alltag Träume verwirklicht werden können

 

Der Eintritt für das jüngste Projekt der Theater-AG der Waldschule war wie immer frei. Dennoch sorgte ein Spendenerlös von insgesamt 1400 Euro für glückliche Gesichter bei den Veranstaltern und Akteuren. In der gelungenen Inszenierung wurden von drei Schülern geschriebene Manuskripte verarbeitet. Ein eigens gebautes Piratenschiff und ein Indinanerdorf gehörten ebenso zur imposanten Kulisse wie originelle Meerjungfrauen, Quallen und Tintenfische aus Pappmaché. Eine sechste Klasse konnte als Chor verpflichtet werden. Doch die hohe Spendenbereitschaft des Publikums war auch dem Engagement zu verdanken, mit dem sich ehrenamtliche Helfer passend zu dem jeweils unterstützten guten Zweck einsetzten.

 

So sorgte während der ersten öffentlichen Aufführung, deren Erlös Schulprojekten in Afghanistan zukommt, ein orientalisches Büfett in der Theaterpause für Furore. In Schwanewede lebende Familien aus Syrien, dem Libanon und Afghanistan hatten die Köstlichkeiten kreiert und verkauft. Die Waldschülerin Setara Tahiri, die vor acht Jahren aus Afghanistan nach Schwanewede kam, hielt eine bewegende Rede und zeigte sich stolz auf ihre Schule. Von einer Projektreise hatten zwei Mitarbeiterinnen des Vereins "Afghanistan Schulen" 75 Briefe von Schülerinnen und Schülern mitgebracht, die durch die liebevolle Gestaltung und kleine Geschenke von großer Dankbarkeit zeugten. Diese wurden an interessierte Theaterschüler verteilt, die sie zum Teil sofort beantworteten. Auf diese Weise war der direkte Draht zu dem Spendenprojekt hergestellt.

 

Für die zweite Aufführung hatten Mitarbeiter der Schwaneweder Tafel und der Musikstiftung PRO JUVENTUTE ein reichhaltiges Büfett vorbereitet. Beide Organisationen teilen sich den Erlös dieses Tages. Nach der Aufführung reichten die Piraten aus Nimmerland ihren gehobenen Schatz durch einen Traumfänger an Mitarbeiterinnen beider Organisationen weiter.

 

"Der letzte Vorhang ist hinter dem 'Traumland' jetzt zwar gefallen, aber diese Spende trägt dazu bei, dass auch im Alltag Träume verwirklicht werden können - sowohl in Schwanewede als auch in Afghanistan", freute sich Regisseurin Gudrun Chopin. Insgesamt sahen 1300 Schüler und Erwachsene die Aufführungen des Stücks "Traumland Ahoi". Zweimal kamen dabei jeweils 700 Euro an Spendengeldern der Zuschauer zusammen.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Die Norddeutsche Seite: 6 Datum: 16.11.2011

Benefizveranstaltung am 18. und 19. Juni 2011 mit der Gruppe "Art of Musical" im Haus Blomendal

 

Folgender Artikel dazu war am 20.06.2011 in der Norddeutschen zu lesen:

 

Zauberhaftes musikalisches Erlebnis

"Art of Musical" verwandelte die Burg Blomendal in ein Traumschiff der Illusion

von Ulf Fiedler

 

Blumenthal. "Art of Musical" goes swing. Dies Versprechen wurde auf Burg Blomendal mit aller Konsequenz eingelöst. Statt dem historischen Ambiente glich die schwarz ausgekleidete Bühne mit winzigen Lichtpunkten einem Sternenhimmel und lieferte damit den idealen Hintergrund für ein zauberhaftes musikalisches Erlebnis, das die Schwaneweder Gruppe "Art of Musical" mit einem ungemein farbigen Programm entfaltete.

 

Von glitzernder Farbigkeit auch die Roben der wandlungsfähigen Damen Maike Harmsen, Sopran, Janne Mankus, Mezzosopran und der beiden Altistinnen Melanie Meyer und Julia Memmen. Als kraftvolles Pendant agierte Nils Tkaczyk mit wohl temperiertem Bass und gekonnt respektlosen Kommentaren.

 

Am Klavier steuerte Marcus Seifert das Traumschiff musikalischer Illusionen mit sicherer Hand durch die Welt der Leichten Muse. Musical, Evergreens, Chansons, Schlager, Swing-Nummern der Andrews-Sisters sowie Oldies der Comedian Harmonists, Stücke von Elvis oder Dean Martin - das Programm glich einer Wundertüte.

 

Perfekte Choreografie "Mr. Sandman" und "Sway", das spanische "Besame mucho" und das hinreißend realisierte "Mr. Postman" glänzten in der Vielseitigkeit des Ensembles. Mal kokett, mal frivol, schmetterlingsleicht oder elegant distanziert, mal im Solo oder im Trio - mit überwältigendem Charme eroberten die Akteure die Sympathie des Publikums im voll besetzten Saal. Mit geschickter Performance und perfekter Choreographie breitete das Ensemble die bunte Palette der Gefühle aus, wie sie die Leichte Muse so üppig zur Verfügung stellt.

 

Ohne Prüderie, dafür mit aufreizendem Charme zauberten die Darsteller die magische Welt der Träume und Sehnsüchte, geschickt moderiert von Marcus Seifert und seinem Bassisten.

 

"Wer kann schon ohne Liebe sein" trällerte ein Terzett und lieferte die Antwort gleich mit. "Leg dein Herz an eine Leine", empfahlen die Damen und zogen an einer imaginären Leine das Publikum zu sich heran. "You can't stop the beat" und "Voulez vous" der Gruppe "Abba" gelang mit hinreißendem Pep.

 

Locker beschwingt ging es nach der Pause weiter. Die ganz und gar unverwüstlichen Evergreens der Comedian Harmonists "Mein kleiner grüner Kaktus" und das kesse "Veronika, der Lenz ist da" verfehlten in ihrer vergnügt-anzüglichen Darbietung nicht ihre durchschlagende Wirkung. Das beifallfreudige Publikum bekundete immer wieder lautstark sein Vergnügen an der Musik.

Wie cool sind die 10 Gebote?

Aktuelles zu einem 2000 Jahre alten Text

 

In der BLV und dem Weser Report erschien im März 2011 folgender Artikel zum Abend:

 

Schwanewede. Landrat Dr. Jörg Mielke referierte am Dienstagabend zu dem Thema "Wie cool sind die zehn Gebote?" im Gemeindehaus der evangelischen St. Johannes-Gemeinde. Doch nicht als Landrat wolle er Stellung nehmen, sondern als studierter Jurist und Rechtswissenschaftler, machte er vor gut 120 Besuchern deutlich. Eingeladen hatten zu dem Abend die Stiftung PRO JUVENTUTE, die Hauskreise und der Kirchenvorstand der St.-Johannes-Gemeinde.

 

"Bestimmte Fragestellungen an die zehn Gebote waren vor 2.700 Jahren genauso aktuell wie vor 1.000 Jahren, wie vor 500 Jahren und wie sie heute noch sind", war der Standpunkt des Referenten.

 

Dr. Mielke hatte Ende der 80er seine Dissertation über "Die Bedeutung der zehn Gebote für die Rechtstexte des Mittelalters" verfasst.

 

Der im Dekalog enthaltene Wertekanon ist ihm zufolge in unserer weitgehend säkularisierten Gesellschaft weiter hochaktuell. "Denn keine menschliche Gesellschaft, kein einzelner Mensch kann zu irgendeiner Zeit dauerhaft und erfolgreich bestehen, wenn nicht diesen beiden Prinzipien gefolgt wird: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Behandle andere so, wie du behandelt werden möchtest", so der Referent.

 

Nach einem historischen Rückblick auf die jüdischen Wurzeln der zehn Gebote verwies er auf den Zusammenhang und Einfluss des Dekalogs auf den Schwabenspiegel, einem Rechtsbuch aus dem 13. Jahrhundert. In ihm seien die zehn Gebote um 605 Gebote erweitert worden. "Denn der Verfasser war der Auffassung, die zehn Gebote allein reichen nicht, denn die Leute sind unvollkommen." Schließlich sei eben alles darauf hinausgelaufen, dass die Rechtsgelehrten des Mittelalters die zehn Gebote auf die zwei übergeordneten universalen Verhaltensprinzipien zurückführten: auf die Nächstenliebe und die Goldene Regel.

 

An einzelnen Geboten machte Dr. Mielke die Aktualität des Dekalogs deutlich. "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Knecht, Magd, Rind, Esel, noch alles, was sein ist", zitierte er und fragte: "Klingt das altmodisch?" Nach seiner Einschätzung sind ihm zufolge Gier auf der einen und eine Spaltung der Gesellschaft in diejenigen mit und diejenigen ohne Chancen aktuell die größten Bedrohungen für Rücksichtnahme und Nächstenliebe.

 

Dem Vortrag schloss sich eine Aussprache an. Dabei diskutierten die Besucher mit dem Referenten unter der Moderation von Pastor Karl Greving Fragen zum Werteverlust und die Rolle Jugendlicher in unserer Gesellschaft.

 

Musikalisch rahmte an der Harfe Julia Linn den Vortragsabend ein.

Pfandbox im Aktiv Schwanewede

 

In der BLV erschien im Dezember 2010 folgender Artikel dazu

 

Für die Jugendarbeit
Aktiv sammelt Pfandbons für Stiftung PRO JUVENTUTE

 

Schwanewede - Die St. Johannes Stiftung PRO JUVENTUTE der ev.-luth. Kirchengemeinde in Schwanewede hat es sich zur Aufgabe gemacht, Werte der christlichen Tradition an die Jugend weiterzugeben und fördert in diesem Sinne gemeinsame Fahrten und Freizeiten, unterstützt Seminare und Jugendprojekte sowie regelmäßige Gruppentreffen im Rahmen der Jugendarbeit. Diese Aktivitäten unterstützt seit kurzem auch der Aktiv discount in Schwanewede. Eigens für diesen Zweck wurde eine Pfandspendebox von Marktleiter Oliver Braasch direkt zwischen den Pfandautomaten angebracht und die Schlüssel dazu an die Stiftungsvorsitzende Birgit Haensgen übergeben. Seit Anfang Dezember können dort Kunden des Marktes die die Stiftung unterstützen möchten, ihre Pfandbons einwerfen. Die Box wird regelmäßig von den Mitarbeitern der Stiftung geleert und die Bons eingelöst, um damit die vielfältigen Projekte zu fördern. Den Anfang machten die Mitarbeiter der Aktiv Discounts und füllten die Box mit bereits im Vorfeld gesammelten Pfandbons. Auch Pastor Christian Klotzek ließ es sich nicht nehmen gleich einen Pfandbon einzuwerfen. Kunden, die sich gerne über die Stiftung informieren möchten, können dies in den ausliegenden Flyern oder im Internet unter www.projuventute.de tun.

Bücherbasar in der Waldschule am 25. November 2010

 

Folgender Artikel erschien am 30. November 2010 in der Norddeutschen:

 

Über 600 Euro für den guten Zweck

Zum siebten Mal findet ein Bücherbasar in der Waldschule statt / "Bücher nach Maß"

von Christoph Dierking

 

Schwanewede. In einem Kellerraum der Waldschule liegen zahlreiche Kisten mit Büchern, die alle sorgfältig auf Tischen angeordnet sind. Auch die Regale an den Wänden sind mit Klassikern von Karl May und vielen weiteren Exemplaren verschiedenster Autoren bestückt. Jugendbücher, Sachbücher, Kochbücher und Romane - auf dem Bücherbasar in der Waldschule war für jeden Geschmack etwas dabei.

 

Hier konnten sich Bücherwürmer und Leseratten mit neuem Lesestoff eindecken. Der Erlös des Tages kam der Tafelinitiative Schwanewede sowie der Jugendstiftung PRO JUVENTUTE zu Gute und wurde am Ende der Veranstaltung feierlich an die Empfänger überreicht.

 

"Ich lese gerne und finde, dass der Bücherbasar eine tolle Sache ist. Deshalb bin ich zum dritten Mal hier", erzählt eine Besucherin, die in einer der vielen Bücherkisten stöbert. Eine andere berichtet, dass sie seit Jahren gemeinsam mit ihrem Mann aus Schönebeck herkomme. Sie sei immer fündig geworden und schätzt es, dass auch ältere Bücher zum Kauf angeboten werden, die es im Handel nicht mehr gibt.

 

Neben dem Kaufen von Büchern bestand auch die Möglichkeit, aussortierte, gut erhaltende Exemplare abzugeben und damit den Bücherbasar zu unterstützen. Heide Rönner hat gleich von beiden Möglichkeiten Gebrauch gemacht. "Ich komme jedes Jahr mit zwei bis drei Kisten alten Büchern und gehe schließlich mit zwei bis drei Kisten neuen Büchern wieder nach Hause", sagt die Meyenburgerin.

 

"Bücher nach Maß" - nach diesem Prinzip bestimmten Lena Schnuchel und Annika Netzmann die Preise der Bücher. "Wir stapeln die Bücher zu einem Turm auf", erklären die Waldschülerinnen aus dem sechsten Jahrgang. "Der Preis richtet sich dann nach der Höhe des Turms." Da der Erlös für einen guten Zweck gespendet wurde, konnten die Kunden ihre Bücher selbstverständlich auch hochkant messen lassen. "Das Besondere an diesem Basar ist die persönliche Atmosphäre", sagt Gudrun Chopin. "Viele Menschen vernetzten sich für eine gute Sache. Ich bin allen Freiwilligen für ihr Engagement sehr dankbar". Die Lehrerin organisierte den Basar gemeinsam mit Jens Schmeyers und Peter Bratfisch, die ebenfalls beide an der Schule tätig sind. Nach dem Stöbern und Kaufen konnten sich die Besucher in einer gemütlichen Runde mit Kaffee und Kuchen stärken. Somit kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Den Höhepunkt des Tages bildete die Spendenübergabe am Ende der Veranstaltung.

 

Über 600 Euro konnten der Jugend-Stiftung PRO JUVENTUTE, welche die kirchlichen Kinder- und Jugendgruppen in der Gemeinde fördert, und der Tafelinitiative Schwanewede überreicht werden. Letztere öffnete im September 2009 ihre Pforten. "Heute gewährleisten wir die wöchentliche Versorgung von 586 Bedürftigen mit Lebensmitteln", berichtet Klaus Fitzner, der Sprecher der Initiative.

 

Am Montag, 6. Dezember, also am Nikolaustag, geht der Bücherbasar in die nächste Runde. Dann ist der Erlös für die Schulkinder in Afghanistan bestimmt.

Folgender Artikel war am 8.11.2010 in der Norddeutschen zu lesen:

 

72 bühnenreife Talente für den guten Zweck

 

Stiftung "PRO JUVENTUTE" lässt Kinder und Jugendliche in der "Palette" zur Benefiz-Show für Gleichaltrige auftreten

 

Von IRIS MESSERSCHMIDT Schwanewede. "Ich will zeigen, dass jeder etwas lernen kann. Man muss nicht unbedingt der Beste sein, um etwas zu können, was die anderen gut finden."

 

Die Aussage des 15-jährigen Jonathan Janoschka war bezeichnend für einen Abend, an dem zahlreiche junge Talente aus Schwanewede auf der Bühne in der "Palette" standen. Sie alle präsentierten sich nicht für den Ruhm oder das große Geld. Es ging um den guten Zweck - für "PRO JUVENTUTE".

 

Die Stiftung der Evangelisch-Lutherischen St. Johannes-Kirchengemeinde "PRO JUVENTUTE" veranstaltet schon seit Jahren diverse Benefiz-Veranstaltungen, um Kinder- und Jugendgruppen in der Gemeinde Schwanewede zu unterstützen. Die verschiedensten Konzerte und Schauspiele standen dabei schon auf dem Programm - dieses Mal sollte es etwas ganz Besonderes geben. Der Aufruf für das Benefizkonzert war schon Anfang des Jahres an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gegangen: "Nutz die Chance, zeig dein Talent", hieß es, und viele Rückmeldungen erreichten "PRO JUVENTUTE". So viele, dass es im April und Mai sogar eine Art Casting gab.

 

Am Freitagabend nun war es dann endlich soweit: 72 Akteure mit 13 verschiedenen Darbietungen aus den Bereichen Tanz bis Schauspiel präsentierten sich den rund 250 Gästen. Darunter Profis wie die Tanzpaare vom Grün-Gold-Club Bremen oder Amateure, wie Beatboxer Jonathan Janoschka, der mit seinem Mund die erstaunlichsten Klänge hervorrief, bis hin zu den semiprofessionellen jungen Damen der Rhythmischen Sportgymnastik des TV Schwanewede. "Die waren schon fünfmal für den Deutschlandcup qualifiziert, die höchste Klasse in ihrem Sport", machte Moderator Werner Fürst dem Publikum das Hinschauen der Gruppe "FWK I" erst so richtig schmackhaft, um dann den Tipp zu geben: "Bitte nicht gleich nachmachen." Lautstarker Applaus Tatsächlich waren die sechs Mädchen in ihren durch Musik begleitenden Abläufen mit Tuch- und Ballgymnastik eine wahre Augenweide, die Sprünge oder gar der Spagat so perfekt, dass wohl kaum ein staunender Zuschauer auf die Idee gekommen wäre, dieses nachzumachen. Vielmehr zollte das Publikum deutlichen Respekt - mit langem, lautstarkem Applaus.

 

"Respekt und Applaus haben wirklich alle verdient", brachte es schon während der Pause nach einer Stunde Programm ein Gast auf den Punkt. Lag auch manchmal ein Ton daneben, fehlte hin und wieder mal eine Textzeile oder der einstudierte Schritt - das Talent, sich mutig dem großen Publikum zu stellen, um für die gute Sache einzustehen, das dürfen sich alle Kinder und Jugendlichen, die an dieser Show teilnahmen, groß auf die Fahnen schreiben.

 

Ob die siebenköpfige Gruppe kleiner "Gospel Girls", deren Leiterin Regina Wittkopf jederzeit noch Nachwuchssängerinnen aufnimmt, die 18-köpfige "Dance for Kids"-Gruppe, die mit "Küss den Frosch" für übermütige Bewegungen auf der Bühne sorgte, die elfjährigen Sophie-Marie Kramber und Nena Nelson, die für "Mama" und "Bruder" den Song "Stand by me" sangen, die kurzfristig ins Programm aufgenommenen 16-jährigen Schülerinnen Carolin Hütten und Jana Tappert, die mit dem Pink-Lied "Dear Mr. President" gleich ein Statement abgaben oder die vielen weiteren kleinen und größeren Nachwuchsstars - für alle hatten war am Freitagabend die Gage der Applaus.

 

Fazit der Kuratoriums-Vorsitzenden Birgit Haengsen: "Die Einnahmen haben zwar gerade so die Kosten gedeckt, aber die Stimmung war hervorragend und jeder weiß jetzt, wofür ,PRO JUVENTUTE' steht."

Am 5. Juni 2009 feierte PRO JUVENTUTE das 5jährige Jubiläum

Folgender Artikel war dazu am 8. Juni 2009 in der Norddeutschen zu lesen:

 

Fünf Jahre Hilfe für Kinder
Stiftung PRO JUVENTUTE steht Schwachen zur Seite

Von Wilhelm Schütte, Schwanewede.

 

Kindern zu helfen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, ist immer eine schöne und lobenswerte Aufgabe. Das war auch der Grund dafür, dass die Stiftung "PRO JUVENTUTE" der St. Johannes Kirchengemeinde in Schwanewede vor fünf Jahren ins Leben gerufen worden ist. Das kleine Jubiläum wurde jetzt im Landhaus Schwanewede gefeiert.

 

PRO JUVENTUTE - der Name Juventute leitet sich aus dem Stufengebet des Tridentinischen Ritus ab und weist auf die Jugend der Heiligkeit hin - setzt sich für die Erfüllung der Bedürfnisse und die Umsetzung der Rechte von Kindern und Jugendlichen ein. Die Stiftung wurde bereits im Jahre 1912 in der Schweiz gegründet. Unter dem Vorsitz von Kuratoriumsmitglied Birgit Haensgen wurde die Stiftung in Schwanewede im Jahre 2004 ins Leben gerufen.

 

Seit dieser Zeit ist sehr viel zur Förderung der Jugendarbeit in der Kirchengemeinde geschehen. Vor allem dank des Engagements der Stiftungsgründer kam das erforderliche Gründungskapital von mehr als 25 000 Euro zusammen. Inzwischen wurde das Kapital durch zahlreiche weitere Stiftungsmitglieder und Spendern mehr als verdoppelt. Das Geld der Stiftung ist langfristig angelegt und unantastbar. Die Förderarbeit erfolgt durch die Zinsen. Diese fließen Jahr für Jahr dem in der Satzung festgelegten Stiftungszweck zu.

 

Mit Stiftern, Spendern und Freunden der Stiftung wurde das Jubiläum entsprechend feierlich begangen. Nach der Begrüßung durch die Kuratoriumsvorsitzende wurde erst einmal gemeinsam gegessen. Gegen eine Spende, versteht sich. Die war reichlich, die 63 Anwesenden spendeten zusammen mit den vorher schon erhaltenen 250 Euro insgesamt 3500 Euro.

 

Klar, dass Birgit Haensgen sehr erfreut über diese tolle Summe war. Grußworte überbrachte Superintendentin Jutta Rühlemann. "Mensch, wo bist du", diesen Slogan des Kirchentages änderte sie in "Mensch, da seid ihr" mit lobenden Worten für die ehrenamtliche Arbeit der Mitstreiter des Projektes. Die Superintendentin sprach von neuen Ideen zur Hilfe von Kindern und Jugendlichen. Die Festrede hielt Pastor Lothar Bublitz von der Matthäus-Gemeinde in Bremen-Huchting. Er hob die Arbeit mit Vorbildcharakter in seiner Gemeinde mit der Sammlung für den guten Zweck von 1,5 Millionen Euro - davon 500 000 Euro von außerhalb der Gemeinde - besonders hervor und zeigte Möglichkeiten auf, Kindern und Jugendlichen zu helfen "Sie müssen nur den schlafenden Riesen zur ehrenamtlichen Tätigkeit wecken", meinte der Pastor und erläuterte die Arbeitsweise in Huchting.

 

Untermalt wurde die Geburtstagsfeier mit Musik am Klavier von Cornelius Neitsch. Zusammen mit Sandra Neitsch unterhielt er die Gäste mit Liedern und Chansons aus den 20er Jahren. Der Nachwuchs der Gruppe "Mondagsblatt" aus Hinnebeck gefiel mit zwei Sketchen auf platt. Das Abschlusswort des schönen Abends blieb dem Kuratoriumsmitglied Dettmer Fischer vorbehalten.

Artikel Weltkindertag, der am 23.09.2008 in der Norddeutschen erschien:

 

Huhn brütet ein Krokodil aus

Zum Weltkindertag feierte "PRO JUVENTUTE" in der Heideschule

Von Alexander Bösch

 

SCHWANEWEDE. "Kinder haben Rechte ...dass es gerecht zugeht": Das Motto des diesjährigen Weltkindertages hätte in der Heideschule gut und gern in den Slogan "..dass es lustig zugeht" verwandelt werden können. Dank der Stiftung "PRO JUVENTUTE" verwandelten sich Aula und Pausenhof der Grundschule in der Ostlandstraße in ein einziges großes Spielgelände, auf dem auch die Eltern jede Menge Spaß hatten.

 

Eröffnet wurde das Kinderfest mit musikalischen Beiträgen der Chöre der Heideschule und der Dreienkampschule. Mit der lehrreichen Parabel "Das schönste Ei der Welt" stellten dann die Mitarbeiterinnen des Michaelskindergartens in Neuenkirchen ihr schauspielerisches Talent unter Beweis. Nach soviel Kultur am Stück brannten die kleinen " Miniatur-Ballacks" der G-Jugendmannschaften des TSV Meyenburg und des 1. FC Neuenkirchen darauf, sich nach Herzenslust körperlich auszutoben. "Das ist die Nationalmannschaft von morgen", war sich Neuenkirchens Trainer Kai Meyer sicher, der seine zwischen vier und sechs Jahre jungen Schützlinge - darunter auch etliche Mädchen - mit viel Elan und Enthusiasmus zum Sieg beim Freundschaftsspiel auf dem neuen Minibolzplatz führte. "Das schaffst du, Tjalk" und "Schön gemacht, Jannis", waren nur einige der Schlachtrufe der begeisterten Eltern am Spielfeldrand.

 

Klaus Pfitzner war derweil angetreten, das musikalische Potenzial der Schüler auszuloten. Als Clown verkleidet, bediente der frühere Pastor kunstfertig die Drehorgel und ließ auch dem musikalischen Nachwuchs dabei eine Chance. "Ich glaube, einige Kinder erschrecken sich aber eher vor meiner Verkleidung", schmunzelte der dudelnde Teilzeitclown. Nicht nur Kindergärten, Schulen, Pfadfinder und Sportvereine, auch die evangelische Jugend und Haus Schwanenburg waren im Namen von "Pro Juventute" angetreten, um den Kindern ein paar schöne Stunden zu bescheren. Ingerose Krause hatte an ihrem Trampolin einen derart großen Andrang zu verzeichnen, dass sie Nummern ausgeben musste, in deren Reihenfolge die Kinder nach und nach in den Genuss des "luftigen Vergnügens" kamen.

 

Einige Mädchen stellten sich dabei so geschickt an, dass sie während des Springens bereits wagten, die Beine im angedeuteten Spagat zu spreizen. Wer eher künstlerisch begabt war, beteiligte sich an einem Malwettbewerb, bei dem mit Wasserfarben ein Gemeinschaftswerk entstand, das auf mehreren Leinwänden die Erde abbildete. "Ich habe ganz viel die Meere getupft", verkündete Marvin Rutz nach einem wahren Kraftakt mit Wasserfarben. Bei der anschließenden Versteigerung des Bildes in der Aula der Heideschule musste sich Mutter Anke nach dem "Time-Out-Signal" nur knapp einem höherbietenden Mädchen geschlagen geben.

 

 

Mit Eva Spilkers Puppentheater "Regenbogen" steuerte das Fest zum Weltkindertag dann nochmal einem überaus vergnüglichen Höhepunkt zu. Nach einer gemeinsamen Unterrichtsstunde zum Akkordeon in Sachen "gemeinsamem Gackern" amüsierten sich die Kinder zusammen mit der Ottersbergerin über das vorwitzige Huhn Kroberto, das zu seinem großen Erstaunen ein Krokodil ausbrüten durfte.

 

 

 

Birgit Haensgen und Marion Kloppenburg von "Pro Juventute" zeigten sich im Anschluss mit der Resonanz auf die Veranstaltung vollauf zufrieden.

 

 

Folgender Artikel war im April 2008 Osterholzer Kreisblatt zu lesen:

 

Chor "Niu Quaia" begeisterte im Rathaus

Von unserem Mitarbeiter Alexander Bösch

Swingperlen und rauschende Nordsee

 

SCHWANEWEDE. Wer beim Namen "Niu Quaia" an eine karibische Reggaetruppe oder wilde Stammesrituale in der Südsee dachte, wurde beim Wohltätigkeitskonzert der Stiftung Pro Juventute im Schwaneweder Rathaus eines Besseren belehrt. Der Chor stammt aus der Nähe von Kassel und hat sich mit seinem Namen lediglich lautmalerisch dem englischen "New Choir" - also "neuer Chor" - angenähert.

Birgit Haensgen, die den Kontakt zu "Niu Quaia" geknüpft hatte, freute sich zusammen mit dem Gastchor, die kostenlose Auftrittsmöglichkeit im Rathaus nutzen zu können. Die Vorsitzende des Stiftungskuratoriums von "Pro Juventute" dankte auch dem Heimatverein Neuenkirchen für die Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit. Chorleiter Thorsten Seydler war mit den 28 Sängerinnen und Sängern nämlich bereits einen Tag vor deren erstem Gastspiel in die norddeutschen Gefilde angereist. In den Räumlichkeiten der vom Heimatverein unterhaltenen Baracke Wilhelmine hatte man im Rahmen eines Workshops noch einmal kräftig die Stimmen geölt.

 

Nach einem Grußwort von Bürgermeister Harald Stehnken begann der junge Chor dann mit einem beherzten "I sing, you sing". Mit seinen kanonartigen Elementen und dem an das Bluesschema angelehnten Frage-Antwort -Muster hatten die zwischen 14 und 45 Jahre jungen Künstler das Publikum im Rathaussaal fest im musikalischen Griff.

 

"Der Wind der norddeutschen Tiefebene hat uns ja alle ordentlich freigepustet", freute sich Chorleiter Thorsten Seydler, der mit Mitmachaktionen und eingestreuten Anekdoten durch ein beschwingtes Programm von Pop und Rock bis hin zu Gospel, Jazz und Swing führte, zahlreiche Scat- und Doo Wop-Einlagen inclusive. Nach dem musikalischen Seelentröster "Washing of the water" mit Seydler am E-Piano folgte mit "Embracable You" aus der Feder George Gershwins eine Jazzballade. Das Publikum, so Seydler, solle sich "von den Akkorden regelrecht umarmt fühlen". Als probates Mittel gegen regenverhangene trübe Stimmung folgte "Lift your head up high", dessen Kernaussage Seydler mit "Pfeif dir eins" umriss. Präzise platzierte Phrasierungen vom leisen Flüstern bis zur eindringlich anschwellenden Chorpassage regten die begeisterten Zuschauer zum Mitklatschen, Mitsingen und vereinzelt sogar zum Mittanzen an.

Zum Swingklassiker "Ruby Baby" hatten sich die jugendlichen Chormitglieder Sonnenbrillen im Stil der Blues Brothers auf die Nasen gesetzt. Selbst vor Rockklassikern wie Queens "Let me live" hatten die stimmgewaltigen Hessen keine musikalischen Schwellenängste. Bassläufe und elektrische Gitarren des Originals wurden lautmalerisch von den fulminanten Bassstimmen übernommen. Originell auch der "Parkplatzregen", in dem zwei frisch Verliebte den plötzlichen Güssen trotzen und sich angesichts der fliehenden Parkbesucher freuen, unter sich zu sein. "Da ganz plötzlich ein Gewitter, das ist bitter" - intonierte "Niu Quaia". Da ließen sich auch die Schwaneweder nicht lumpen und intonierten lautmalerisch das Rauschen der Nordseewellen. Der musikalisch erbrachte Dank waren weitere Swingperlen wie "Wings of a dove" und "Going down sweet Chariot" vom Golden Gate Quartett.

Artikel aus der Norddeutschen vom 15. Mai 2007

 

Fast mehr ein Happening als ein Konzert

 

Drei Chöre und die Bonsai Big Band: Benefizkonzert von PRO JUVENTUTE Waldschule war ein voller Erfolg

Von unserem Mitarbeiter Ulf Fiedler

 

SCHWANEWEDE. Glückwunsch, das erste Konzert gleich ein Volltreffer! Eigentlich war es mehr ein Happening als ein Konzert, was da in der großen Pausenhalle der Schwaneweder Waldschule ablief und unter dem Motto "Musik hat Zukunft" stand. Drei Chöre und eine Big Band waren dabei.

 

Schwer zu entscheiden, wer mehr Spaß an der Sache hatte, das Publikum oder die Akteure auf der Bühne. Vielleicht auch Detmar Fischer, Schulleiter und Gastgeber, der hoch erfreut einen vollen Saal konstatierte. Oder Birgit Haensgen, die Vorsitzende der Stiftung PRO JUVENTUTE der St.-Johannes-Kirchengemeinde Schwanewede, die an der zahlreichen Beteiligung einen kräftigen Schub für die Stiftung zur Förderung der Jugend erkannte.

 

Es waren weniger die musikalischen Spitzenleistungen als vielmehr das Gefühl des gemeinsamen Erlebens, das zwischen Bühne und Zuschauerreihen und von dort durch heftiges Klatschen wieder auf die Bühne zurück wogte.Mit Hingabe und Humor machte der Chor der Waldschule unter Leitung von Livia Scherenberg den Vorreiter. Er bot ein wahrhaft buntes Programm. Es grenzte an kabarettistische Doppelbödigkeit, wenn die Jugendlichen mit Inbrunst sangen: "Killing me softly." Auch ihre radikale Lösung der Verkehrsprobleme in dem Song "Das Fahrrad" war nicht gerade zimperlich. Da hörte man allerlei abschätzige Vokabeln über die Fahrer verschiedener Automarken, die man gedruckt nicht gerne lesen würde. Diese künstlerische Freiheit wurde trotzdem mit donnerndem Beifall und Pfiffen belohnt.

 

Der Gemischte Chor "Cantamus" der Kirchengemeinde St. Johannes Schwanewede sang geistliche und weltliche Chorsätze mit Intensität und rhythmischer Disziplin, dabei liebevoll und beherzt. "A wonderful day" und " Einer ist unser Leben" gelangen unter umsichtiger Leitung von Karl Unrasch besonders eindrucksvoll.

 

"Chor der schiefen Töne" nennt sich die junge Meyenburger Singgemeinschaft. Maike Nölker führt die Mädchengruppe. Oder waren auch zwei Quoten-Jungs dabei? Jedenfalls brachten die in fröhlichem Gelb gekleideten Chormitglieder das Publikum mühelos auf ihre Seite. Sie sangen geistliche Lieder so frisch und unbefangen, dass sich anstelle von steifer Feierlichkeit eher eine kindliche Fröhlichkeit einstellte."Herr, dein Name sei gelobt" - und dabei Arme heben, senkrecht, waagerecht, immer schön im Takt. "Herr, deine Liebe ist so tief und weit!" Auch hier Oberkörper gebeugt, Arme hoch erhoben, dann gesenkt und wieder seitlich gestreckt. Die Grenze zwischen Bühne und Publikum war längst aufgehoben. Man klatschte im Takt bis Beifallsrufe und Pfiffe die Darbietung ablösten. Auch Mary Poppins Zauberspruch, der Zungenbrecher kam makellos (keine schiefen Töne!) oder das Farbenspiel des Windes aus "Pocahontas". Beides brachten die Kinder mit ganzem Körpereinsatz und ernteten stürmischen Jubel der Zuhörer.

 

Blieb noch die Bonsai Big Band. Unter der beschwingten Leitung von Stefan Langhammer bot die Band einen professionellen Sound mit Jazz,- Swing-, Latin- und Rockmusik. Eleganz, Selbstbewusstsein und gestalterisches Feuer kennzeichneten die unterschiedlichen Einsätze. Großartig der Mountain-Swing oder die Soulnummer, in der die Posaunen dominierten. Überhaupt faszinierte die respektvolle Bläserpräsenz, der scharfe Biss der Saxophoneinsätze. Die Band füllte nicht nur die Bühne, sie brachte auch die Stimmung im Saal zum Kochen.

 

"Musik macht Zukunft" - dieses positive Motto des Abends wurde voll eingelöst. Schon wegen der Beteiligung der vielen Kinder und Jugendlichen. Die selbst gestellte Aufgabe der Stiftung PRO JUVENTUTE.